Der Name Gascoyne Coast ist auch wieder so einer der verwundert: Den Ort Gascoyne gibt es tatsächlich, aber er liegt nicht an der Küste, sondern im Landesinneren. An der Küste hingegen liegt Canarvon, so etwas wie die Hauptstadt dieser Küstenregion und berühmt für seine Obstplantagen. Etwas unrühmlicher ist, so sagt unser ältester Reiseführer von 2003, dass Carnavon auch bekannt ist für Straftaten, die unter Alkoholeinfluss verübt werden. Bei unserem kurzen Aufenthalt an der Strandpromenade
(neben der Hauptwasserstraße, Fascine genannt) und beim Einkaufen sehen wir diverse Aborigine-Clans und gewinnen wir den Eindruck, dass sich am Alkoholproblem hier in den letzten 10 Jahren wenig geändert hat.
Schade, denn die Stadt ist geographisch sehr bevorzugt mit einer zerklüfteten Küstenlinie und einer schönen Flussmündung ausgestattet. Angeblich gibt es am Gascoyne River immer wieder Hochwasser, im Moment ist sein beeindruckendes Flußbett aber beeindruckend trocken (unterirdisch zapfen die Obstplantagen aber anscheinend trotzdem Wasser ab).
Nördlich von Carnarvon zwischen Point Quobba und Gnarloo Homestead soll ja angeblich die einzige Gegend sein, in der outback und Küste zusammentreffen. Die felsige Küstenlinie ist auch wirklich wild und beeindruckend, hier gibt es mehrere spektakuläre blowholes (und in den letzten 40 Jahren wurden 28 Angler von king waves ins Meer gespült).
Eigentlich wollen wir ja hier eine Nacht auf einer der ‚basic campsites’ verbringen, starker Wind und Wellengang überzeugen uns aber weiter zu fahren.
Dieser Meinungswechsel beschert uns noch weitere roadhouses und die sind ja auch immer wieder interessant: Zu dieser Zeit ist in Australien Wahlkampf (hier ist Wählen Pflicht) und so lächelt uns vielerorts, und auch an den roadhouses, immer wieder Vincent Catania von Plakaten entgegen.
Eben dieser Vincent Catania ist bereits Parlamentsmitglied und hat, so lässt uns eine Plakette stolz wissen, in dieser Funktion bereits den Toilettenblock des Minilya Roadhouse eingeweiht. Also, diese roadhouses sind ja generell mehr urig als schön und die Toiletten sind dort meist nicht der hübscheste Teil und zudem in der Regel brüllend heiß, weil unklimatisiert. Da frag’ ich mich schon, ob der Beruf des Politikers in Australien noch undankbarer als in Deutschland ist und warum der gute Vincent noch mal kandidiert.
Eben dieser Vincent Catania ist bereits Parlamentsmitglied und hat, so lässt uns eine Plakette stolz wissen, in dieser Funktion bereits den Toilettenblock des Minilya Roadhouse eingeweiht. Also, diese roadhouses sind ja generell mehr urig als schön und die Toiletten sind dort meist nicht der hübscheste Teil und zudem in der Regel brüllend heiß, weil unklimatisiert. Da frag’ ich mich schon, ob der Beruf des Politikers in Australien noch undankbarer als in Deutschland ist und warum der gute Vincent noch mal kandidiert.
Nun, uns soll es egal sein: Wir lassen Vincent und die Toilettenblöcke hinter uns und steuern Coral Bay an...








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