Unser Rückweg führt uns noch über das Vlaming Head Lighthouse, das nur noch einen weiten Blick über das Kap und das Riff erlaubt, ansonsten aber seine Dienste eingestellt hat. Wenn nicht bald mehr Gäste kommen, blüht dasselbe Schicksal wohl auch dem nebenliegenden Campingplatz.
Von hier aus hoffen wir noch ein paar schlüpfende Schildkröten zu beobachten, sehen aber leider nur die beeindruckend breiten Spuren der Mütter im Sand.
Auch der nächste Tag in Exmouth verläuft weitgehend ereignislos, mit mehreren Stunden im Pool aber nicht unangenehm. Das ist bei Temperaturen um 40°C eigentlich auch der einzige Ort, an dem man sein möchte.
Trotzdem sehnen wir uns danach unser geliebtes Coral Bay zum zweiten Mal zu besuchen. Inzwischen hat die australische Luftwaffe ihre Bombentests unterbrochen und wir nehmen zum Teil die offroad-Strecke. Die Strecke verläuft mit überraschenden Umleitungen zumeist auf einer schmalen Sandpiste hinter den Dünen und erlaubt immer wieder Blicke auf Meer und Riff. Die Fahrt verläuft ereignislos, wenngleich wir einige Kängurus aus ihren Schattenplätzen aufschrecken. Ein besonders großes Exemplar hat es sich fotogen neben einem ebenfalls großen Termitenhügel bequem gemacht. Als ich zum Fotografieren aussteige, bleibt der Bursche aber nicht wie üblich cool oder flieht. Stattdessen taxiert er mich kurz und baut sich dann zur Drohgebärde auf – ich trete als leichterer der Kontrahenten den Rückzug an und mache mein Foto aus der vermeintlichen Sicherheit der Autotür.
Wir hatten schon, bevor wir nach unserem ersten Besuch aus Coral Bay abgereist sind, eine weitere Schnorcheltour gebucht. Diese können wir glücklicherweise vorziehen, da wir ja schon früher als geplant zurückgekehrt sind.
Diesmal wollen wir Walhaie sehen, die wir im letzten post beschrieben haben. Die sind in diesem Jahr schon sehr früh gekommen und so haben wir richtig Glück.
Das Wetter ist dafür perfekt: Der Himmel ist blau und wolkenlos und zudem ist es praktisch windstill. Als wir dann mit unserem Boot das eigentliche Riff verlassen, spürt man dennoch ordentlichen Wellengang, aber die großen Fische benötigen eben auch angemessene Wassertiefen. An der Oberfläche sehen wir an vielen Stellen eine dicke rötliche Schicht, die von der Korallenblüte zurückgeblieben ist. Die vorherrschenden Meeresströmungen sorgen schließlich dafür, dass Plankton und Krill schön vor dem Riff kreisen und den großen Fischen nicht entwischen können.
Die Walhaie, die zum Ningaloo Reef kommen, erreichen längst nicht die 18 Meter Länge, die Ihrer Gattung den Podestplatz im Fischreich eingebracht haben.
Wir haben dennoch doppelt Glück, zum einen sehen wir an diesem Tag gleich drei verschiedene whale sharks aus nächster Nähe und dass sie dabei ‚nur’ vier bis sechs Meter lang sind, beschert uns auch ausreichende Beobachtungszeit. Während die Walhaie müde mit der Schwanzflosse winken, können wir mit unseren Flossen bei einiger Anstrengung immerhin mithalten. Die großen Vertreter würden sicherlich mühelos wie ein Schatten an uns vorbeihuschen.
Trotz ihrer moderaten Größe, sind die Riesenfische majestätisch und mit ihrem markanten Punktmuster auch ausgesprochen hübsch anzusehen. Eine unserer Mitschnorchlerinnen gerät ungewollt einem Exemplar in die Bahn und wegen dessen beeindruckender Größe selbst in eine kleine Panik.
Wegen der vielen Kleinstlebewesen, die im Meer schwimmen, gelingen uns nur ein paar gute Fotos und Filme. Mit uns ist aber ein professioneller Fotograf im Wasser und wir freuen uns auf das Ergebnis seiner Arbeit, die DVD können wir dann aber erst zuhause ansehen.
Erst einmal gilt es sich abends zu entspannen von der anstrengen Walhai-Schnorchel-Jagd: Es ist wieder Donnerstag in Coral Bay und im Pub spielt Livemusik. Mal wieder sind alle da, also auch wir. Nach und nach findet sich die gesamte Bootscrew ein; mit der Dorflehrerin, die wir schon vom letzten Besuch kennen und die gleichzeitig auch die Fischfütterung am Nachmittag macht, halten wir ein Schwätzchen.
Mathis findet unter den vielen Kindern, die hier herumlaufen, schnell gleichgesinnte und so verleben Sonka und ich einen besonders entspannten Abend.
Den letzten Tag in Coral Bay verbringen wir im Zeitlupentempo. Wir lesen viel, gehen mal Schnorcheln, an den Strand und zum letzten Mal zur Fischfütterung. Weil es unser letzter Tag in unserem kleinen Paradies ist und am nächsten Tag die lange Rückreise nach Perth beginnt, sind wir auch ein bisschen wehmütig.








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