Freitag, 1. März 2013

Batavia Coast

Western Australia hat mit fast 13.000 km die längste Küstenlinie aller australischen Staaten, das wundert eigentlich nicht, es ist ja auch der größte Bundesstaat. Um die unterschiedlichen Regionen und Küsten zu unterscheiden, haben ihnen die Meteorologen, Geographen und die Tourismusindustrie unterschiedliche Namen gegeben. Natürlich sind die 3 Systeme nicht einheitlich, aber unter den vielen verschiedenen Namen ist auf diese Weise immer ein passender dabei, um unsere Posts zu benennen.


Nördlich von Perth bereisen wir also zunächst die Batavia Coast (benannt nach dem bereits 1629 vor der Küste gekenterten Handelsschiff Batavia). Heute schaffen es die Niederländer ja kaum weiter als bis Italien und nehmen mit Ihrem Wohnwagen die sichere Route über Deutschland, aber früher waren das offensichtlich richtige Abenteurer und haben zunächst das Kap der Guten Hoffnung hinter sich gelassen und Australien schon 150 Jahre vor dem berühmten James Cook erreicht. Zwar haben sie das Land nicht wirklich besiedelt, aber bei einer genetischen Untersuchung von Aborigines hat man zumindest Erbspuren von gestrandeten Niederländern gefunden.

Zum Glück schaffen wir es gleich am ersten Tag den Großraum von Perth hinter uns zu lassen. Am späten Nachmittag erreichen wir die Pinnacles Desert im Nambung National Park.


Bei den Pinnacles handelt es sich um bis zu 4 Meter hohe Kalksteinsäulen, die vor vielen 10.000 Jahren von den Wurzeln von Dünenpflanzen umschlossen und verdichtet wurden. Nachdem die Dünen weiter gewandert waren, haben sie die Pinnacles zuerst der Erosion und später den Touristen überlassen. In der späten Nachmittagssonne sind die Säulen wirklich hübsch und vielleicht wären sie in der Abendsonne sogar noch hübscher gewesen. Da der Tag schon lang war und wir noch eine Unterkunft suchen müssen, machen wir diese Erfahrung jedoch nicht,  sondern suchen uns im nahegelegenen Cervantes einen Campingplatz.

Am nächten Tag fahren wir nur 20 Kilometer einen Ort weiter. In Jurien Bay kann man mit Seelöwen schwimmen und das versuchen wir zu buchen. Leider startet dieses Unternehmen immer morgens um 8.30 Uhr und dafür sind wir schon ein bisschen spät. Da wir Jurien Bay auch ganz nett finden, bleiben wir bis zum nächsten Tag und treffen das schweizer Pärchen aus York wieder.
Abends ist es sehr windig, fast stürmisch und wir erfahren, dass das an Rusty liegt, einem Zyklon, der sich weiter nördlich über dem Meer befindet und dessen Entwicklung wir ab jetzt täglich verfolgen.

Am nächsten Morgen ist es etwas windstiller und wir fahren zu siebt – eine weitere Familie mit 2 Kindern – in Richtung Marinepark zu der Seelöweninsel. Normalerweise leben hier nur die Weibchen und die Jungtiere, aber auf dieser Insel residieren auch drei glückliche Männchen. Unsere Begleiterin Debbie zeigt uns was die Seelöwen gern mögen und so drehen wir Saltos und Schrauben unter Wasser und lassen Luftblasen raus. Und tatsächlich machen die Seelöwen das nach und spielen mit uns. Manchmal kommen sie einem ganz nahe – bei den Männchen ist das sehr Respekt einflößend.


Anschließend fahren wir weiter nach gen Norden. Die Strecke führt uns durch ausgedehntes Buschland in dem die Ortschaften und Bäume immer spärlicher werden.


Auf dem Weg liegen noch Horrocks und bei Port Gregory der Pink Lake. Der See heißt nicht nur so, sondern ist dank beta-Karotin produzierender Algen, tatsächlich rosa.


In Geraldton erfahren wir in der Tourist Information mehr über Rusty: Er erreicht allmählich die bedrohliche Kategorie 4, ist glücklicherweise aber weiter im Norden bei Port Headland und wird dort auch drei Tag später auch an Land gehen ohne größeren Schaden anzurichten. Aufgrund des umsichtigen Wetterdienstes und vieler Warnungen, waren die Menschen gut vorbereitet und sind vielerorts evakuiert worden. Tropische Wirbelstürme sind in dieser Gegend und zu dieser Jahreszeit keine Seltenheit.

Geraldton bietet uns außer einem soliden Campingplatz nicht wirklich viel (die Dame in der Tourist-Info hat tatsächlich das Denkmal, für das von einem deutschen U-Boot versenkte Kriegsschiff HMAS Sydney, als Hauptsehenswürdigkeit der Stadt angepriesen!) und so fahren wir weiter nach Kalbarri, das immerhin einen eigenen Post verdient.

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