Dienstag, 29. Januar 2013

Kangaroo Island

Kangaroo Island ist die drittgrößte australische Insel und mit knapp über 4000 Bewohnern wirklich spärlich besiedelt. Wir besuchen die Insel zwar während der Hauptsaison, aber trotzdem verlieren sich die Besucher in der Weite und so bekommen wir auch noch kurzfristig eine Unterkunft im Westen der Insel – sogar mit Koala und Wallabie direkt vor der Veranda.
Fast direkt vor unserer Tür liegt der Flinders Chase Nationalpark und in dem gibt es noch viel mehr Koalas und Wallabies, daneben die obligatorischen Kängurus, viele Vögel und angeblich auch Schnabeltiere. Trotz frühen Aufstehens wollten sie sich wieder nicht so recht zeigen. Vermutlich sind die Schnabeltiere auch wirklich nur eine Legende – Säugetiere die Eier legen und einen Schnabel haben, da habe ich mir wohl einen ziemlichen Bären aufbinden lassen.


 Seehunde hingegen gibt es im Überfluss zu sehen, zudem auch vor spektakulärer Kulisse: Die Küste am Cape du Cuedic ist wild und rau. In Seals Bay hingegen gibt es einen großen Sandstrand und dort liegen Seelöwen mit ihren Babys und sonnen sich.


Sonka sieht von alledem nicht sehr viel – der Fuß ist noch immer geschwollen und das Gehen fällt ihr sehr schwer.


Zum Glück kann man die Remarkable Rocks leicht auf einem Bohlenweg erreichen, so dass Sonka die zumindest sehen kann. Das darauf Herumklettern bleibt mir und vor allem Mathis vorbehalten. Mit Mathis als Blickfang geben die Felsen in der Abendsonne auch tatsächlich ganz passable Fotomotive ab, für sich alleine sind sie irgendwie halt doch nur große Steine.


 Auf Kangaroo Island gibt es natürlich auch viel Sand: Ein paar hübsche Dünen in der Inselmitte hat man dann auch Little Sahara genannt. Am sinnvollsten verbaut man überschüssigen Sand natürlich an Stränden, so auch auf Kangaroo Island. Wir besuchen dazu vor allem die vergleichsweise geschützten und sicheren Stände. Hansons Bay (sehr hübsch) und Vivonne Bay (mit prima Wellen fürs Boogieboard) gehören zu den wenigen dieser Kategorie an der Südwestküste.



Unseren Lieblingsstrand sollten wir aber letztlich doch an der Nordküste finden. Der Weg zur Stokes Bay führt durch enge Felsspalten mit kleinen Höhlen und ist schon allein dadurch ein kleines Abenteuer. Dahinter findet sich ein breiter Sandstrand mit weiteren Felsspalten, die sich als private Strandlogen nutzen lassen. Das Wasser teilt sich hier in einen relativ ungeschützten Bereich mit beeindruckenden Wellen, von denen sich Mathis leicht 200m weit tragen lässt und in einen großen Felspool mit vielen großen und kleinen Fischen, die nur wenig Scheu vor uns Schnorchlern haben.


Nachdem wir den Westteil der Insel ausreichend erkundet haben, schlagen wir unser Quartier im vergleichsweise belebten Osten auf. Die Siedlung nennt sich American River, aber einen Fluss gibt es hier weit und breit nicht. Dafür aber eine Meerenge, an der ein paar Amerikaner einmal ein Boot gebaut haben. Uns soll’s egal sein, der Blick von unserer kleinen Terrasse ist auf jeden Fall sehr hübsch, vor allem der Sonnenaufgang mit schwarzen Schwänen.


Das Essen im Hotelrestaurant ist auch gut, zu unserer Überraschung gibt es eine deutsche Dessertkarte. Die Erklärung lässt nicht lange auf sich warten: Die hiesige Küchenchefin hat zuvor den Nachtisch in einem deutschen Sternerestaurant zubereitet. Aber auch sonst ist man auf der Insel stolz auf die heimische Küche und die lokalen Zutaten. Neben den obligatorischen Farmen gibt es hier auch mehrere Weingüter und Imkereien. Die Bienenstöcke gehen auf 200 Jahre alte Bienen aus Ligurien zurück und um die Population rein zu halten, ist sogar die Einfuhr von Honig auf die Insel bei Strafe verboten.
Auf der Insel wird sogar Salz gewonnen: Neben einem Salzsee, kann man sich gegen einen kleinen Unkostenbeitrag Salztütchen mitnehmen. Warum eigene Ernte nicht zu empfehlen ist, erfahre ich bei einem kleinen Fotoausflug auf den See...


Einen kleinen Aufreger haben wir, als Mathis am ersten Abend bemerkt, dass seine Kuscheltiere fehlen. Zum Glück hatte man sie im letzten Hotel schnell gefunden und noch glücklicher sind wir über den freundlichen Bringservice – einmal quer hin und zurück über die Insel hätte uns nämlich gut einen halben Tag und viel Benzin gekostet.


Die so gewonnene Zeit investieren wir in kleinere Ausflüge über die vielen kleinen gravel roads (auf den hier vorherrschenden ironstone rubbles fährt man ein bisschen wie auf Murmeln) und in ausgedehnte Fernsehsitzungen – am liebsten Star Trek und Australian Open. Unsere eigenen Versuche auf dem Tennisplatz sind wenig erfolgreich – das schieben wir aber einfach auf die Schläger und Bälle.

Unser letzter Tag auf Kangaroo Island ist Australia Day, wie viele Andere verbringen wir ein paar Stunden am Strand. Praktischerweise wählen wir dafür Emu Bay: Sogar mit unserem kleinen Toyota können wir hier an den Strand fahren. Sonka kann sich  einfach neben dem Auto in den Sand fallen lassen und Mathis und ich erfrischen uns im flachen Wasser.


Der Abschluss unseres Australia Day ist das Galopprennen auf der Insel. Natürlich gibt es auch hier wieder leckeres Essen von lokalen Produzenten. Manche Besucher haben sich wegen Rennen und Nationalfeiertrag hübsch in Schale geworfen. Aber das Hauptereignis ist natürlich das Rennen: Mathis und ich wetten auch, leider gehen wir beide leer aus, obwohl Mathis Gaul 2/3 des Rennens vorne liegt.

  



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