Freitag, 22. Februar 2013

The Great Southern


Wir verlassen Walpole in Richtung Denmark, nein es handelt sich hierbei nicht um Dänemark. Kurz vor dem Ort liegt der Green’s Pool, vielleicht einer der schönsten Strände überhaupt, also etwas für unsere Abschlusshitliste. Hinter einer Kette von Felsen ist das Wasser ruhig und deshalb zum Schwimmen, Schnorcheln und Reinspringen bestens geeignet. Der Sand ist einfach toll weiß und obwohl es recht voll ist, gefällt es uns sehr gut.


Nachdem wir dann in Denmark einen Campingplatz gefunden haben, fahren wir noch mal zurück zum Green’s Pool, sehen uns die Elephant Rocks in der Nachbarbucht an und picknicken an diesem wunderschönen Strand bei Sonnenuntergang. Letzteren sieht man wegen der aufziehenden Wolken nicht richtig – das stört aber nur die Hobbyfotografen unter uns dreien.


Am nächsten Tag sind wir froh die sehenswertesten Strände der Gegend bereits besucht zu haben, denn es regnet pausenlos. Wir wollten eigentlich gerne auf dem Denmark River, an dessen Mündung unser Campingplatz liegt, Boot fahren, verbringen statt dessen praktisch den ganzen Tag in unserem Campervan.
Schlimm ist das letztlich aber überhaupt nicht, denn wir freuen uns über die Möglichkeit so richtig auszuschlafen, Karten zu spielen, zu lesen und zu gammeln. Offenbar braucht es aber den äußeren Anlass (Regenwetter) um uns klarzumachen, dass wir den ruhigen Tag mehr als gut gebrauchen können, um auszuspannen und unsere kleineren Rückstände bei Schularbeiten und blog aufzuarbeiten sowie die vielen Fotos auszumisten und die anschließend verbleibenden 7.000 zu ordnen.

Am nächsten Tag haben wir es wieder nicht weit zu unserem nächsten Ziel Albany und fahren deshalb noch ein paar Umwege durch die schöne Landschaft. Vielleicht lassen wir uns dabei ein Bisschen zu viel Zeit, denn die Campingplätze sind zu unserer Verblüffung auch an Wochentagen und in der Nebensaison vor allem durch Rentner ausgebucht. Indem wir unseren Aufenthalt auf 2 Plätze aufteilen, kommen wir aber dennoch problemlos unter und sehen so auch ganz unterschiedliche Teile der interessanten Küste.

Albany ist die älteste Siedlung des Bundesstaats Western Australia und mit 25.000 Einwohnern auch quasi eine echte Metropole in dieser entlegenen Gegend. Auf der anderen Seite ist Albany aber auch ein Dorf, wie uns die deutsche Bedienung im York Café, das hier schließlich zu unserem Stammcafé wird, berichtet. Sie lebt seit ca. einem halben Jahr in der Stadt und hat bereits das Gefühl die Hälfte der Bevölkerung zu kennen.

Am Ende werden wir vier Nächte in Albany verbringen und damit für unsere Verhältnisse untypisch lange an einem Ort bleiben. Der ursprüngliche Plan noch weiter nach Bremer Bay oder gar Esperance zu fahren wird wegen der großen Entfernungen verworfen: Nach Esperance ist es schließlich noch weiter als zurück zu unserem Startpunkt Perth und die dort erwarteten herrlichen Strände mit türkisblauem Wasser und weißem Sand gibt es hier schließlich auch.


Der entschleunigte Tagesablauf und eher mittelprächtiges Wetter erlauben uns dann neben einem beschleunigten Fortschritt bei den  Schularbeiten auch viel Zeit fürs Tischtennis und Karten Spielen. Wir bringen Mathis sogar Skat bei und helfen ihm damit hoffentlich bei seiner Entwicklung zu einem richtigen deutschen Mann.  

Natürlich bietet Albany selbst auch einige Sehenswürdigkeiten, wie die alten Wehranlagen Prince Royal Fortress oder einen Nachbau der Brigg Amity (mit der Anno 1826 die ersten Siedler ankamen), gut erhaltene alte Gebäude und eine interessante zerklüftete Küstenlinie.


Entlang dieser Küstenlinie gibt es neben diversen Felsen und Inseln auch diverse Buchten und Meerengen, die wir von den diversen Hügeln der Stadt bewundern können oder auch direkt vor unseren Campingplätzen am Middleton Beach und Emu Point.


Noch spaktakulärer ist die Felsküste es im Torndirrup National Park vor den Toren der Stadt. Hier gibt es eine riesige natürliche Felsbrücke und mit The Gap eine 30 Meter tiefe Felsspalte, in die die Wellen des südlichen Polarmeers mit voller Wucht hineinbrechen. Ein Stückchen weiter gibt es eine Reihe von blow holes: Die oberen Öffnungen dieser Meereshöhlen liegen zwar 20 Meter über dem Meeresspiegel, die Kraft der Wellen reicht aber aus um es oben kräftig donnern und Wasser sprühen zu lassen.


Außerdem eignet sich Albany bestens für Ausflüge in die nähere Umgebung.  Einer der Ausflüge führt uns in die „ältesten Hügel der Welt“. Die Porongurups sind nach einer Siedlung (Porongurup) benannt, die eigentlich so unscheinbar ist, dass man sich wundert, dass überhaupt noch etwas anderes als der Flecken selbst danach benannt wird. Fast wären ohne sie zu bemerken durch die Siedlung durchgerauscht, haben glücklicherweise aber doch das einzige Café gefunden.


Den nahegelegenen Castle Rock kann man nur zu Fuß erklimmen. Sonka hat klugerweise vor der eigentlich nur 4 km langen Wanderung, wegen des doch immer noch etwas schmerzenden Knöchels, zurückgeschreckt, denn auch für Mathis und mich war sie äußerst schweißtreibend. Am Ende gab es sogar noch kleine Klettersteige in den beeindruckenden Felsen und natürlich auch die verdiente herrliche Aussicht.


Das war nun der Südwesten und von The Great Southern haben wir leider nur  einen kleinen Teil gesehen. Als nächstes stehen zwei eher anstrengende Tage mit langer Fahrtzeit und Autowechsel in Perth an, bevor mit der Coral Coast unsere letzte Etappe anbricht… 


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