Dienstag, 19. Februar 2013

Große Bäume

Der westliche Teil der Südküste zeichnet sich besonders durch große Wälder aus, die Gegend wird deshalb auch Southern Forests genannt, und so fahren wir ein bisschen ins Inland nach Nannup und Bridgetown. In Nannup haben sie mittlerweile die Tourist-Info geschlossen (ganz schlimm für Harald), aber es gibt ein schönes Cafe mit griechisch-weinüberwucherter Terrasse, wo wir ein gutes Lunch bekommen – immerhin.
Bridgetown ist auch nicht viel interessanter, hat aber eine hübsche Holzbrücke und einen Jarrah-Pfad - dort lernen wir endlich mal die berühmten Jarrah-Bäume kennen. Die haben sehr stabiles rotes Holz mit von der Natur eingebautem Termitenschutz und außerdem ist nach diesen Bäumen der rotharige (!) Sohn unserer Gastfamilie aus Yankalilla benannt.


Also fahren wir weiter nach Manjimup und weil das architektonisch auch nicht so richtig interessant ist geht es gleich weiter nach Pemberton. Auf dem Weg dorthin gibt es den ersten der besteigbaren Riesenbäume, die oben ein Häuschen mit Ausguck haben, der früher zur Brandfrüherkennung benutzt wurde. Seit es andere Methoden der Waldbeobachtung gibt, sind diese Bäume (es gibt drei in der Gegend hier) für Touristen freigegeben.  Man besteigt den Baum über in die Seite sich hochschlängelnde Riesennägel und das ist bei 51 bis 75 m Höhe nichts für Leute mit Höhenangst. In Manjimup lassen wir drei es auch, weil es ununterbrochen donnert und blitzt. Wir denken, es ist nicht das schlaueste, bei Gewitter auf den weit und breit höchsten Baum zu steigen.

Am späten Nachmittag kommen wir in Pemberton an und finden eine schönen Campingplatz neben einem natürlichen Pool, in den wir gerne springen und uns abkühlen – hier hat es bis jetzt nämlich nicht gewittert.


Pemberton ist ein nettes, kleines Städtchen, wo Harald und Mathis bei mörderischer Hitze mit geliehenen Mountainbikes zu einem schönen Stausee hinauf fahren. Ich bringe das Essen und Trinken mit dem Auto und wir können noch schön an einem aufgeschütteten Sandstrand schwimmen.


Am nächsten Tag ist es etwas kühler und wir fahren zum nächsten Riesenbaum (75m hoch), den die beiden Männer zum Drittel besteigen, dann wird es Ihnen auch zu viel. Am sogenannten Bicentennial-Tree treffen wir insgesamt ca. 10 andere Touristen und zwar allesamt Deutsche. Na gut, 2 der Deutschen waren eigentlich Schweizer, aber dass hier so viele Deutsche rumfahren hatten wir vorher nicht gedacht, vielleicht ist der Südwesten doch kein solcher Geheimtipp mehr.


Inzwischen haben wir erfahren, dass derzeit ca. 200.000 deutsche Backpacker durch Australien touren, da sind Reisende wie wir wohl noch nicht einmal eingerechnet. Aus deutscher Sicht ist diese Zahl erstaunlich, aus australischer vielleicht sogar bedrohlich: Mit 1% der einheimischen Bevölkerung könnten wir schon mal eine Annektion versuchen, das Zahlenverhältnis ist deutlich besser als bei der britischen Eroberung des Landes von den Aborigenes.


Schon eine ganze Weile fahren wir durch schöne Wälder mit alten Karri-, Marri-und Jarrah-Bäumen, vor allem die Karri-Wälder erinnern uns an die Gegend um Depot Beach im Murramarang NP am anderen Ende des Kontinents.

Über Northcliffe fahren wir nach Windy Harbour, was an dem Tag gar nicht windig, weil sehr bedeckt, ist und wir erkunden den Point D`Entrecasteaux. Die Ortschaft hat bestimmt mehr als 100 verwaiste Ferienhäuser und, lt. Reiseführer, nur 15 permanente Bewohner - schöne Gegend, aber echt einsam. Da das Wetter nicht wirklich zum Schwimmen einlädt und die touristische Infrastruktur keine sonstige Ablenkung verspricht, fahren wir schließlich weiter.


Abends kommen wir auf dem Campingplatz am Coalmine Beach in Walpole an und sind nach einer recht langen Fahrt sehr erschöpft. Dort gibt es Pfannkuchen mit Eis für alle und umsonst, weil Valentinstag ist, und wir treffen sehr nette Campingnachbarn zum Quatschen und sehr neugierige Kangaroos zum Fotografieren. Anschließend gibt es einen Film unter freiem Himmel. Perfekt für einen Tagesabschluss nach stressigem Fahren.


Natürlich müssen wir uns hier das Valley of the Giants mit dem Tree Top Walk ansehen. Über mit frei hängenden Gängen verbundene  Plattformen geht man in Baumwipfelhöhe (das sind hier ca, 40m) durch den Wald. Das schwankt manchmal ein bisschen, ist aber sehr  spannend.


Anschließend fahren wir noch einen Geheimweg (von unseren australischen Bekannten vom Campingplatz) am Frankland River entlang bis zu einer Badestelle, wo Mathis und ich auch ins Wasser springen. Witzigerweise sind hier die unteren Wasserschichten warm und oben ist es kühl.


Harald macht am Tag unserer Weiterfahrt frühmorgens noch eine Wanderung auf einem Teil des Bibbulmun Track zu einem Aussichtspunkt. Als er zur üblichen Frühstückszeit nicht zurück ist, fürchten wir er hätte sich auch den übrigen Teil des 1000 km langen Fernwanderwegs vorgenommen.

Das war dann auch unsere Erfahrungen mit großen Bäumen und schönen Wäldern. 

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