Nach der Besichtigung der Stadt, nehmen wir in Perth unseren fünften Mietwagen in Empfang. Der Toyota Hiace ist ein richtig typisches Campingmobil von der Größe eines VW-Bus.
Tatsächlich haben wir aber unerwartete Schwierigkeiten mit der Innenraumaufteilung, probieren alle möglichen Schlafkonstellationen und sind schließlich erst nach der dritten Nacht hinreichend ausgeschlafen: Wir benutzen die obere Etage nur als Stauraum und wählen unten die bewährte alle-drei-nebeneinander-Variante und können dadurch dann alle Matratzen übereinander legen, so dass es endlich nicht mehr wehtut, auf der Seite zu schlafen.
Die ersten 2 Tage auf unserer Reise gen Süden nehmen wir folglich auch nicht ganz bewusst war, zumal sich Mathis noch eine kleine Infektion eingefangen hat (zunächst war das asiatische Reisgericht allerdings sehr lecker). Furchtbar viel verpasst haben wir dabei aber nicht, der Großraum um Perth dehnt sich ganz schön weit nach Süden aus.
Das einzig Bemerkenswerte in diesen 2 Tagen sind die Thromboliten am Lake Clifton und selbst die würden wir ohne Hinweisschild glatt übersehen. In dem kalkhaltigen See treiben Bakterien Photosynthese und lagern dabei den Kalk in kleinen Steinzylindern in Ufernähe ab. So ein typischer Zylinder ist dabei immerhin ca. 2000 Jahre alt. Viel bedeutender ist allerdings, dass es solche Bakterien schon vor 600 Millionen Jahren gab, damals waren die auch längst nicht so selten wie heute, und dass auch bei dieser Form der Photosynthese Sauerstoff entsteht.
Vielen Dank, liebe Bakterien, dass Ihr dadurch die Erde erst lebensfreundlich gemacht habt.
So richtig schön und einsam wird die Küste erst hinter Bunbury, wo es ein Delphinzentrum gibt, das so gut gemacht ist, dass wir es auch ohne Delphinsichtung genießen.
Etwas weiter westlich in Busselton besichtigen wir einen 1800 m langen Holzsteg – den längsten der südlichen Hemisphäre – und das Unterwasserobservatorium an dessen Ende.
Unser Quartier schlagen wir aber außerhalb des Städtchens auf. Am Castle Rock gibt es einen traumhaften Strand mit pittoresken rosa Felsen und Picknick-Einrichtungen. Wir haben ja das „no camping“ Schild am Abend gesehen, waren dann aber doch überrascht, dass uns frühmorgens ein Ranger auf den Regelverstoß hingewiesen hat.
Der Ausflug zum nahegelegenen Cape Naturaliste (Kapitän Cook war nicht hier, dafür aber einige Franzosen, so erklärt sich auch dieser und andere Ortsnamen in der Gegend) und zu dessen Leuchtturm war nicht so spektakulär wie erhofft, rechtfertig aber immerhin den Titel für diesen Post.
Spektakulär präsentiert sich allerdings Yallingup als die Straße einen letzten Bogen macht und die Sicht auf die Bucht, den breiten Strand, das vorgelagerte Riff und die mächtige Brandung freigibt.
Mit der Brandung machen wir dann auch noch nähere Bekanntschaft: Zum ersten Mal als Mathis einmal beim Wellenspringen richtig in Schwierigkeiten kommt – zum Glück geht alles gut aus und wir alle haben nur eine wichtige Lektion gelernt. Am nächsten Tag ist der Schock überwunden und wir leihen uns Surfbretter. Wegen der großen Wellen am Yallingup Beach fahren wir damit zur nächsten Bucht an den Smith’s Beach, stellen aber auch dort fest, dass der reef break für uns viel zu groß und der beach break viel zu schnell ist. Andere Surfer bekommen es deutlich besser hin und ich verstehe das, als ich später lese, dass es die besten Surfer von überall auf der Welt hierher zieht. Auf uns trifft aber eben nur „von überall auf der Welt“ zu.
Zum Glück kann man in Yallingup aber auch den mächtigen Brechern entgehen. Besonders bei Ebbe schützt das vorgelagerte Riff einen natürlichen Felspool so wirkungsvoll, dass man fast wie in einem Pool schwimmen kann. Weil es in diesem Pool unzählige Fische gibt (es ist das südlicheste australische Riff, an dem unter anderen auch tropische Fische vorkommen), wird er auch Aquarium genannt. Dass das Riff, das Aquarium und der Strand direkt vor unserem Campingplatz liegen, macht das Vergnügen dann sogar noch praktisch.
Als nächstes steht Margret River auf dem Programm. Ein Weinbaustädtchen, das uns schon früh angepriesen wurde. Es ist sehr touristisch, aber tatsächlich ganz nett. Es gibt viele nette Cafes und Läden, so dass Harald seinen beim Surfen weggeflogenen Hut ersetzen kann und ich mir endlich ein so tolles Anti-Sonne-Wasser-T-Shirt, wie Mathis schon lange hat, kaufen kann. Mit dem Campingplatz ist es schwieriger, weil nämlich Wochenende ist. Wir müssen dann einen nehmen, den Harald ziemlich blöd fand, weil unsere Nachbarn ein bisschen komisch aussehen, aber der Platz ist sehr nett. Die Typen sind tatsächlich etwas komisch (naja, obwohl Bier zum Frühstück hier nicht soooo ungewöhnlich ist), aber sie grüßen halt auch nicht und benutzen, wenn wir weg sind, einfach mal unseren Tisch, stellen ihn aber wieder zurück.
Wir verbringen dann einen schönen Nachmittag am Strand, wo der Margret River ins Meer fließt. Mathis und Harald können in die (recht hohen) Wellen springen und ich lümmle mich im Fluss, der wegen der Ebbe nicht mit dem Meer verbunden ist und deshalb ganz ruhig (keine Gefahr für meinen Knöchel).
Abends gehen wir auf ein Weingut zum Open-Air-Kino. Da macht man es sich vor auf einer Wiese vor der großen Außenleinwand gemütlich, isst und trinkt (natürlich Wein) erst mal gut und dann geht der Film (der Hobbit) los. Da es mittlerweile dunkel ist, und der Film wirklich lange dauert wird es empfindlich kalt und wir sind froh, dass wir alle unsere Fleecesachen, Fleecedecken und auch den Schlafsack dabei haben.
Am nächsten Tag fahren wir zur Hamelin Bay, wo der Campingplatz direkt am Strand liegt. Dort gibt es Rochen, die auch von den Fischern gefüttert werden; die Rochen kann man im knietiefen Wasser sogar anfassen. Mathis macht richtig gute Unterwasserfilme und heißt ab jetzt Mathis Cousteau (zum Video auf Mathis blog).
Die schönen Buchten nehmen kein Ende und auch um Augusta und das Cape Leeuwin mit einem schönen Leuchtturm können wir uns am türkisfarbenen Wasser, weißem Sand und strahlend blauem Himmel erfreuen.
Da wir ja jetzt das zweite Kap erreicht haben, können wir diesen Post mit ein paar weiteren Fotos aus dem, nach den zwei Kaps benannten, Leeuwin Naturaliste National Park abschließen.


















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