Samstag, 24. November 2012

The Prom

In Eden war das Wetter ja schon ziemlich wechselhaft und das Meer recht frisch. Allerdings ist im Südosten des Kontinents die ganze touristische Infrastruktur auf gutes Wetter und Strandurlaub ausgelegt, darauf hatten wir uns auch eingestellt und waren etwas frustriert, dass dieser Plan nicht aufgehen wollte und auch die Wettervorhersage kaum Besserung versprach. Unser Stimmungstief hatten wir in Lakes Entrance, einem etwas tristen Touristenort mit noch tristeren Campingplätzen (also wieder ein teures Hotelzimmer nehmen), der im Prinzip von seiner Lagune und dem vorgelagerten 90 Mile Beach lebt  Bei Nieselregen müssen wir unsere Vorstellungskraft bemühen und uns vorstellen, wie schön es hätte sein können.
Den Internetzugang des Hotels nutzen wir, um unsere Küstentour um 3 Tage zu verkürzen und ein weiteres Hotel in Melbourne zu buchen, das für seine gute Ausstattung und zentrale Lage überraschend günstig ist, wir sind gespannt...

Trotzig fahren wir weiter und hoffen auf besseres Wetter. Nach einiger Zeit überqueren wir auch die Grenze des Bundesstaats Victoria, wo man sagt: „If you dont’ like the weather, just wait 10 minutes!“
Nach einiger Fahrt zeigt sich dann auch etwas blauer Himmel, ich entdecke ein Fotomotiv abseits des Highway und biege in einen Feldweg ein um zu fotografieren. Dort treffen wir Mariam, die sich zumindest nicht anmerken lässt, dass sie sich über uns merkwürdige Touristen in unserem knall-orangen Auto wundert. Sie lädt uns sogar zu einer Führung auf den historischen Bauernhof ein, Mathis hatte wie so oft zunächst keine Lust, war dann aber wie so oft besonders begeistert (nicht wegen des alten Hofs, sondern wegen der süßen Hunde).


Auf dem Weg habe ich auch noch einen Schnabeligel gesehen und das sogar in freier Wildbahn und nicht nur in Gefangenschaft, wie damals in Sydney dessen nahen Verwandten das Schnabeltier. So, jetzt haben wir alle Kloakentiere (einerlegende Säugetiere) abgehakt.

Vor Melbourne wollen wir nur noch Wilsons Promontory National Park ansehen. „The Prom“ soll ja wirklich wunderschön sein, aber das Wetter...
Am Tidal River im Zentrum des Parks ist dann doch alles wunderbar sonnig, aber zunächst arschkalt. Wir können am ersten in der Sonne eine schöne Wanderung machen und dann noch an 'unseren' Strand


gehen, wobei nur Mathis sich ins Wasser traut. Dem Rest der Familie ist es zu kalt. Am zweiten Tag haben wir richtig gutes Strandwetter und Mathis und ich verbringen einen schönen Tag am Strand. Das Bodyborden sieht bei Mathis jetzt schon aus wie bei den Profis, schade, dass hier keine Surfbretter zu leihen sind. Harald macht sich auf den Weg für eine Wanderung und ist sehr zufrieden mit dem Ausblick und der Landschaft.


Am dritten Tag ist Regen angesagt und weil wir nicht wieder Schwierigkeiten mit der Batterie haben wollen, fahren wir nach Foster, sehen uns ein bisschen die Geschäfte an und trinken einen Kaffee. Auf dem Rückweg ist das Wetter schon wieder richtig gut und wir klappern jede kleine Wanderung auf unserem Weg ab.


The Prom ist eeeecht schön!

Sonntag, 18. November 2012

Eden

Eden hat eine etwas unrühmliche Geschichte als Walfanghafen. Allerdings auch eine ganz interessante, die nicht zuletzt mit einer Gruppe von ungewöhnlichen Walfanghelfern verbunden ist. Orcas und menschliche Walfänger sind hier eine sehr kuriose Symbiose eingegangen: Die Orcas haben die Buckelwale in die Bucht getrieben, wo die Walfänger sie dann erlegt haben. Zum Dank durften die Orcas dann zunächst die Zungen und Lippen fressen, bevor die Walfänger dann den Rest zerlegt haben. Einem besonders treuen Helfer hat man in Eden sogar ein Museum gewidmet. Das Skelett von Old Tom ist dort ausgestellt und wenn man nicht die Abriebspuren im Gebiss des Orcas (hintere Zahnreihe)


sehen könnte, würde man nicht glauben, dass er die Boote der Walfänger am Ankertau hinausgeschleppt hat, um schneller zur Jagd zu kommen.

Zum Glück sind diese blutigen Zeiten aber schon lange vorbei und die Walflotte hat inzwischen auf whale watching umgeschult. Da wir uns inzwischen am Ende der Beobachtungssaison befinden, war das Boot nur schwach besetzt. Die Bootsfahrt haben wir dank Travacalm viel besser überstanden als manch arme Mitreisende, Mathis hat als Gallionsfigur darauf geachtet, keine der großen Wellen zu verpassen („das ist ja besser als Achterbahn“). Am Ende war der Seegang nur beim Fotografieren problematisch. Ich habe immerhin erreicht, dass weder die Kamera noch ich über Bord gingen.
Letztlich haben wir auch mehrmals das Glück eine Reihe von Buckelwalen und Orcas sehen zu können. In der Regel sind das sogar Mütter mit Ihren Kälbern, die in der tiefen Bucht von Eden eine Rast auf Ihrer langen Reise vom Ort der Geburt in arktische Gewässer machen.

Das Fotografieren hat dann auch ganz leidlich geklappt: Wal oder Orca relativ formatfüllend ins Bild zu bekommen gelang aber äußerst selten und gleichzeitig noch einen geraden Horizont zu erreichen ist eine echte Herausforderung. Leider hat den springenden Wal außer Mathis leider niemand richtig gesehen, geschweige fotografiert.

Unsere Unterkunft in Eden hat uns auch gefallen, obwohl wir uns den Garten Eden bisher immer anders vorgestellt als einen – zugegeben recht hübschen- Campingplatz. Da es im Südosten Australiens derzeit ungewöhnlich kalt und grau ist,


haben wir uns im Garden of Eden ein kleines Ferienhäuschen gemietet. So haben wir dann etwas mehr Komfort als üblich und Mathis ist ganz glücklich, dass er abends auch mal fernsehen kann oder wir uns an der Rezeption eine DVD ausleihen können. Aber das gemeinsame Tennisspielen macht noch mehr Spaß (vielleicht sollten wir nicht immer nur im Urlaub Tennis spielen, sondern uns zuhause mal von einem Trainer zeigen lassen, wie es richtig geht).
Zum Glück ist das zuvor angesprochene Wetter nur für australische Verhältnisse ungewöhnlich kalt (also eigentlich wirklich ok)


und zudem recht wechselhaft, so können wir zum Glück auch im Pool planschen.

Da wir inzwischen schon 6 Wochen unterwegs sind, mussten wir auch mal zum Frisör. Dass Frisöre Plaudertaschen sind ist anscheinend international und ich fand es ziemlich lustig, Mathis beim Gespräch mit der Friseurin zu belauschen. Seine Lieblingsfragen sind sicherlich immer noch solche, die sich mit ‚yes’ oder ‚no’ beantworten lassen, aber auch die offenen Fragen bringen ihn inzwischen nicht mehr aus der Fassung.

Murramarang NP


Wir bleiben unserem Muster Küste-Hinterland-Küste treu und fahren wieder in Richtung Meer. Dort soll es beaches geben, an denen Kängurus rumhüpfen. Tatsächlich hüpfen sie nicht nur am Depot Beach, sondern auch auf unserem Campingplatz, hinter dem Strand. Sie sind so an Menschen gewöhnt, dass eine Kängurumutter mit ihrem Jungen genau neben unserem Zelt über Stunden ihr Futter sucht und das Junge um uns rumhüpft.


In den Büschen hinter unserem Platz ist das Zuhause eines Wallabies (die ich ja viel süßer finde als Kängurus). Dieses sehen wir immer abends beim Futtersuchen. Es schaut auch mal rüber, aber kommt nicht zu nah. So wie die Papageien, die sich auf das Zelt, das Auto, den Campingstuhl setzen, als wir gerade den Kuchen rausholen – welch Zufall. Wir müssen sie richtig verscheuchen und so ein bischen  „schschsch“ reicht da nicht.
So verbringen wir zwei Tage mit Strandwandern, Tiere beobachten, Feuerchen machen und frieren. Es ist nämlich außergewöhnlich kalt für die Jahreszeit und regnet auch häufig. In den Blue Mountains fing es an und nahm den Höhepunkt in Goulburn, wo es nachts 0 Grad war!!! Es scheint auch die kommende Woche nicht besser zu werden und ich habe jetzt tatsächlich meine Skiunterwäsche rausgeholt. Zu Beginn der Reise habe ich noch gedacht wir hätten diese ganzen Jacken, Fleecepullover und Socken auch zu Hause lassen können, aber jetzt sind es schon fast zu wenig!


Freitag, 16. November 2012

Goulburn

Nach längerer Fahrt erreichen wir Goulburn, was für uns seit ungefähr 4 Stunden Fahrt die erste Stadt und auch die einzige bis Canberra ist. Goulburn nennt sich „The First Inland City in Australia“ und allein diese Bezeichnung deutet schon an, dass die knapp 200 Jahre alte Stadt nicht viel Besonderes zu bieten hat – der Beweis sollte noch folgen.

Auf den saftig grünen Hügeln um die Stadt grasen unzählige Schafe, die Goulburn zu einem Zentrum des Viehhandels und der Wollindustrie machen.
Übrigens stellen in Australien alle Orte, die eigentlich nicht viel zu bieten haben ein „very big thing“ auf und das ist im Falle von Goulburn ein 15 Meter hohes, 100 Tonnen schweres und außergewöhnlich hässliches Schaf „The Big Merino“,

Mathis vor Lihtning Mc Queen und "The Big Merino"

das wenig idyllisch vor einer Tankstelle steht. Die wirkliche Hauptattraktion der Stadt (und das ist nicht nur Mathis Meinung) ist aber „Lightning Mc Queen“, leider ist dieser nur zeitweise in der Stadt zu sehen, eben wenn sein Transportfahrzeug tanken muss.

Aber wir sind ja eigentlich auch nur nach Goulburn gekommen, um dort zu schlafen Nahrung zu uns zu nehmen und einzukaufen (wir waren endlich einmal in einem der inzwischen wirklich zahlreichen ALDI). Das Motel war außergewöhnlich mittelmäßig und es gab kein Frühstück – das war ja auch überhaupt nicht anders zu erwarten. Aber es gab für Motelgäste im gegenüberliegenden Café einen kleinen Rabatt auf Kaffee und so bestellte ich mir zum Frühstück einen „long black“, einen ganz gewöhnlichen Becher schwarzen Kaffee. Ich hatte meinen persönlichen Höhepunkt in Goulburn als ihn mir die Kellnerin mit den Worten „please try if I made it right, that’s the first long black I ever made“ servierte. Ich habe keine Ahnung, was so schwierig daran sein kann einen schwarzen Kaffe zu machen, aber ich komme ja auch nicht aus Goulburn.

Also, ich finde, Goulburn hat sich insgesamt wirklich einen eigenen post in unserem blog verdient. Ich möchte den Stadtoberen allerdings gerne einen anderen Slogan vorschlagen, um die Touristenmassen anzulocken.


“Goulburn: The first city to ignore right in the of Australia”. Zu diesem Slogan würde das große Schaf auch nicht schlechter passen.
See you Goulburn: Wir können endlich weiterfahren.

Blaue Berge

Am 7. November fahren wir los in die Blauen Berge. Es ist mein Geburtstag und ich werde nett geweckt und muss kein Frühstück machen. Harald hat sogar schon alles zusammengepackt für die Fahrt. Leider gibt es ein Problem mit der Zündung unseres Spaceships: Die Batterie ist leer (und wie sich später herausstellt auch die zweite Batterie für den Kühlschrank und das Licht). Aber es findet sich ein netter Mensch mit Überbrückungskabel und es kann losgehen.
Die Fahrt nach Leura ist unproblematisch, nur die Unterkunftssuche ist für uns heute schwierig: Wir können uns nicht entscheiden. Als wir dann endlich ein nettes Guesthouse gefunden haben, können wir gerade noch nach Downtown Katoomba gehen, uns dort die (mittlerweile geschlossenen) Geschäfte ansehen und schließlich sitzen wir, als es richtig heftig anfängt zu regnen, auf der Terrasse vom Carrington und trinken auf meinen Geburtstag. Dort bekomme ich auch mein Geschenk: eine Nacht in diesem schönen Hotel – original Jugendstil, toll restauriert.

Die folgenden Tage machen wir zwei richtig schöne etwas längere Wanderungen (Wentworth Falls und National Pass sowie den Grand Canyon bei Blackheath), die allerdings immer „falschrum“ sind: zuerst geht es runter (in den Canyon) und dann wieder hoch – sehr anstrengend, aber die Landschaften mit Regenwald, Wasserfällen und tollen Aussichten lohnen sich.


Ein weiteres Mal lassen wir uns auch in einer alten Grubenbahn runterfahren. Das ist so steil, dass man denkt man fällt gleich und rauf geht es mit einer Gondelbahn von Doppelmeyer (wie in Ehrwald).
Die drei Schwestern sehen wir natürlich auch auf diese Weise von der Seite, von oben, von unten. Aber eines Abends, als es nicht regnet und unglaubliche Fernsicht ist, zeigen sie uns in der Abendsonne ihre wahre Schönheit.


Den letzten Nachmittag im Carrington schauen wir uns erst mal das schöne Hotel an: Die Lounge, den Billardraum, den Ballroom – halt alles, was wir ohne Zimmer nicht zu Gesicht bekommen hätten, dann gibt es einen Aperetif in der Bücherei und wir gehen zum Essen. Nach dem Essen spielen wir auf dem über hundert Jahre alten Billardtisch.

Den letzten Tag in den Blue Mountains verbringen wir bei und in den Jenolan Caves: ein riesiges Höhlensystem mit über 320 Höhlen. Davon besichtigen wir eine, die Lukas Cave, was beeindruckend, aber nicht spektakulär ist. 


Danach verlassen wir die Blue Mountains und fahren durch schöne, hügelige und saftig grüne Tablelands. Leider haben wir nicht genügend Proviant dabei, um in dieser schönen Landschaft zu kampieren und so müssen wir leider die lange Strecke bis Goulburn zurücklegen.

Dienstag, 6. November 2012

Sydney

In Sydney haben wir wirklich eine ungewöhnliche Unterkunft gefunden. Wieder einmal ein Campingplatz, aber das in einem Nationalpark mitten in der Stadt. Im Lane Cove NP gibt es lustige Tiere, wie Opossums, Wasserdrachen und Schnabeligel (immerhin neben den Schnabeltieren die einzigen Säuger, die Eier legen), die letzteren haben wir leider nicht gesehen, dafür aber Kaninchen - die gehören hier eigentlich gar nicht her und sind wohl eine echte Plage. Aber ich schweife ab...
Da uns versichert wurde, dass man im Stadtzentrum vom hektischen Verkehr um den Verstand gebracht wird und zudem horrende Parkgebühren zahlen muss, nehmen wir die ca. 10 km vom Campingplatz per Zug ins Zentrum gerne in Kauf.

Am ersten Tag sind wir allerdings noch kurz vor dem Stadtzentrum aus dem Zug gestiegen und haben dieses zu Fuß über die Harbour Bridge erreicht. Das war eine ziemlich gute Idee, auf die uns ein paar Australier gebracht hatten: Man nähert sich den bekannten Sehenswürdigkeiten schön langsam und der Ausblick von der Brücke ist einfach fantastisch.


Im weiteren Verlauf des Tages haben wir einfach einige der Hauptsehenswürdigkeiten, z. B. die Oper, den Botanischen Garten und The Rocks abgelaufen. In das Treiben rund um Circular Quay (manche Menschen steigen da vom Zug in die Fähre um, andere spielen Digeridoo-Techno) haben wir uns natürlich auch gestürzt.


Am nächsten Tag stand ein Besuch der Oper auf unserem Programm – das passte prima, weil das Wetter ohnehin eher mittelmäßig war. Das Symphonieorchester hat die Musik der Pixar-Filme gespielt, während die Filmausschnitte an die Leinwand im Hintergrund projiziert wurden. Das war wirklich sehr gelungen und hat uns ein wenig an die Kinderkonzerte beim NDR erinnert. Schade war nur, dass die Konzertpause sehr kurz war. Die Ausblicke aus dem Pausenbereich hätten wir gerne noch etwas länger genossen.

Ein wenig shoppen waren wir auch noch: Wir haben für Mathis die lang ersehnte ICE-watch gekauft, in seinem Beisein. Dass er die Uhr erst zum Geburtstag oder zu Weihnachten bekommen wird, scheint ihn nicht wirklich zu stören. Vielleicht ist das jetzt sogar optimal gelaufen, bisher konnten wir ja an kaum einer Ladenzeile vorbeigehen, ohne dass Mathis uns an die Uhr erinnert hat. Die zugehörigen Diskussionen sind jetzt hoffentlich Geschichte.

Am Sonntag waren wir den ganzen Tag am und auf dem Wasser, da gibt es nämlich den family funday und man  kann für $2.50 alle öffentlichen Verkehrsmittel benutzen und das schließt die Fähren mit ein. Als erstes sind wir nach Manly gefahren, das ist praktisch am Ausgang der Hafenbucht. Vom Fähranleger 10 Minuten durch eine Fußgängerzone kommt man zu einem unglaublich belebten Stadtstrand. Mathis und ich mussten natürlich in die Wellen springen und uns abkühlen. Abgesehen davon ist das Besondere an dieser Fährfahrt die schöne Aussicht auf die Hafenbucht und die Hauptsehenswürdigkeiten der Stadt.


Danach haben wir eine Schnellfähre in die andere Richtung genommen und sind unter der Harbour Bridge hindurch die Hafenbucht so lange den Parramatta-River hinauf gefahren, bis man von einer Hafenbucht nicht mehr sprechen konnte. Die Schnellfähre hat ihren Namen wirklich verdient: Sonka hat sich an Deck ganz dick eingepackt und ich musste meinen Hut richtig festbinden, damit er nicht wegfliegt.

Solche Stadtbummel sind aber für aus auch immer ziemlich ermüdend, gerade wenn man die Tage zu voll mit Aktivitäten stopft. Die verschiedenen Interessen bekommen wir auch nicht immer ganz leicht unter einen Hut. Deshalb haben wir einen Gang heruntergeschaltet und zwei Mal je einen Tag verlängert. So blieb dann auch genügend Zeit, um vormittags noch mit Mathis Schule zu machen und ausführlich zu bloggen.

Einen der Tage haben wir dann gaaaaanz entspannt verbracht, wir sind einfach nur ins Freibad gegangen und haben sonst nichts unternommen.
Der ‚North Sydney Olympic Pool’ ist aber auch ein besonders schönes Schwimmbad. Mit den Olympischen Spielen hat es zwar trotz des Namens nichts zu tun, sondern es hat lediglich olympische Maße. Allerdings wurden hier so ungefähr 40-50 Weltrekorde geschwommen. Übrigens stammt der letzte Weltrekord aus dem Jahr 1972 und ich glaube das ist kein Zufall. 1973 wurde die Oper von Sydney gebaut, die man vom Schwimmbad aus sehen kann. Also vermutlich haben die Schwimmer seit dem eher die Aussicht genossen, als sich aufs Schwimmen zu konzentrieren – sehr verständlich.


Das Salzwasser im Becken ist etwas gewöhnungsbedürftig, dass das Wasser beheizt ist, fanden wir aber sofort akzeptabel. Mathis hat auch eine respektable Trainingseinheit absolviert und dabei je nach Lage und Übung zwischen ‚fast lane’ und ‚medium lane’ gewechselt (das ist hier alles ordentlich aufgeteilt und eine eigene Bahn für Muttis, die nebeneinander schwimmen und klönen gibt es nicht, also gibt es im Schwimmbad auch nicht diese Muttis. Wenn Mathis mit mir (Harald) schwimmen wollte, ging es auf die ‚slow lane (no freestyle)’.

Am letzten Tag sind wir einfach ins Aquarium gegangen (das wurde nach unserem letzten Besuch vor 11 Jahren noch einmal vergrößert und verschönert). Da haben wir dann auch tatsächlich ein Schnabeltier sehen können und Mathis hat erklärt, dass er ein Dugong (eine Art einheimische Sehkuh) adoptieren möchte. Auf dem Weg zum und vom Aquarium konnten wir noch unglaublich viele schicke Menschen und lustige Kopfbedeckungen bewundern. Es war Melbourne Cup (ein Pferderennen) und das ist ein gesellschaftliches Großereignis in ganz Australien, für das der Bundesstaat Victoria sogar einen offiziellen Feiertag eingerichtet hat. Bevor ich wieder abschweife: Gewonnen hat: Brett Prebble auf Green Moon.


Sonntag, 4. November 2012

Seals Rock

Nach der frostigen Nacht, wollten wir alle unbedingt wieder an die Küste. Das bedeutet von Armidale ohnehin eine lange Fahrt hinab über endlose Serpentinen durch einen nicht enden wollenden Eukalyptuswald.
Wir haben uns deshalb entschlossen, nicht nur den größten Teil des Tages, sondern gleich den gesamten Tag fürs Autofahren zu verschwenden. So kommen wir nicht nur unserem nächsten großen Ziel Sydney gleich ein gutes Stück näher, wir konten uns auch ein besonders schönes Stück Küste aussuchen: Seals Rock.

Seals Rock war trotz Leuchtturm lange Zeit besonders gefährlich für die Seefahrt. Hunderte von Schiffen sind an den Felsen zerschellt, das größte Unglück forderte immerhin 31 Opfer. So scheint der Name unseres Strandes „Treachery Beach“ zwar passend, wir fanden ihn aber dennoch einladend zum Faulenzen und Baden. Unser gleichnamiger Campingplatz, schön im Wald gelegen, ist vom Treachery Beach lediglich durch einige Dünen getrennt.

Am ersten Morgen bin ich wieder früh aufgewacht, vermutlich haben mich die unzähligen Vögel (Papageien, Kookaburras und viele mehr) mit Ihrem Gesangswettbewerb geweckt. So konnte ich rechtzeitig zum Sonnenaufgang auf die vorgelagerte Landspitze wandern. Zum Glück ohne auf die Giftschlangen zu treffen, vor denen man mich gewarnt hat. Vielleicht hatten die Schlangen ihrerseits auch Respekt vor den Dingos, die in der Gegend umherstreifen. Uns kamen diese wilden Hunde ziemlich harmlos vor, Mathis fand vor allem die vier kleinen Dingo-Kinder besonders süß.


Eigentlich lud der schöne Strand zum Surfen ein. Weil er so abgelegen ist, kann man aber weit und breit keine Bretter leihen. Zum Glück hatte Mathis auf seinen Streifzügen über die Düne zwei Australier kennen gelernt, die uns am darauf folgenden Tag Ihre boards angeboten haben. So haben wir unseren Aufenthalt noch um einen weiteren Tag verlängert und waren mit Peter und Robert am Strand. Zu unserer Überraschung sprach Peter sogar ziemlich gut deutsch und bot sich auch als Unterstützung beim Surfen an. Für uns war es das erste Mal auf relativ kleinen hardboards, so richtig gut klappte es folglich auch nicht, Spaß hat es trotzdem gemacht.


Auch hier war es wieder einmal überraschend und angenehm so hilfsbereite und unkomplizierte Australier kennen zu lernen und mit Ihnen zu plaudern.