In Brisbane haben wir unser erstes Auto in Empfang genommen: Das Modell Spaceship ist eine ausgebaute Toyota-Familienkutsche mit 2 Schlafplätzen (Vater muss im Zelt bei den wilden Tieren schlafen) und ein paar Campingutensilien. Das gute Stück hat sogar einen Namen (Mullinator scheint mir aber nicht ganz zu uns zu passen).
Nach gründlicher Einweisung wurden wir auf den Linksverkehr losgelassen und bereits nach 5 Kilometern gab’s die erste (und zum Glück bisher einzige) Kollision mit einem Bordstein. Noch schwieriger ist es, sich an die Position des Blinkerhebels zu gewöhnen: Ich glaube der Scheibenwischer braucht bald neue Wischblätter.
Nun ging’s direkt nach North Stradbroke Island – Straddie (wie alle etwas längeren Namen wird auch dieser in Australien abgekürzt). Die drittgrößte Sandinsel der Welt hat nur 3.000 Einwohner, steht zu mehr als 50% unter Naturschutz und ist in weiten Teilen nicht zugänglich. Auf den zugänglichen Teilen herrscht Nebensaison, WiFi- und Mobiltelefon-Empfang hatten wir hier auch noch nicht: Das macht die Insel noch reizvoller.
Wir haben einen schönen Campingplatz (am Adder Rock) direkt am Strand gefunden. Wenn man vor 5 Uhr aufwacht, kann man rechtzeitig zum Sonnenaufgang am Strand sein...
Auf dem Campingplatz gibt es auch erstaunlich viele Vögel, darunter sind auch mehrere Bodenbrüter. Ein Pärchen hat gerade heute 4 Küken bekommen, die sind auf ihren Stelzenbeinen schon ziemlich unternehmungslustig. Wenn Mensch oder andere Vögel den Küken zu nahe kommen, fängt die Mutter erst an zu schauspielern, um den Eindringling von den Küken fortzulocken. Wenn das nicht hilft, unternimmt der Vater so lange Sturzflüge, bis der Störenfried verscheucht ist.
Die Gäste auf dem Campingplatz sind allerdings nicht minder interessant: Roger zum Beispiel reist seit mittlerweile 3 Monaten durch Australien. Eigentlich ist er mit seiner Familie eigens aus Neuseeeland aufgebrochen, um in Darwin eine übers Internet vermittelte Arbeitsstelle anzutreten. Dort angekommen stellte sich allerdings heraus, dass der neue Arbeitgeber auf den Import von Waffen und Drogen spezialisiert ist – man hat sich dann rasch im gegenseitigen Einvernehmen getrennt.
Straddie wurde übrigens von Captain James Cook 1770 entdeckt, der die nordöstliche Spitze der Insel passenderweise Point Lookout nannte. Ich weiß nicht, wonach Cook Ausschau hielt, wir konnten vom Aussichtspunkt auf jeden Fall Buckelwale beobachten, wie sie mit Ihren Kälbern gen Süden ziehen. Um den Point Lookout herum schlängelt sich der herrliche North Gorge Walk, auf dem wir noch riesige Meeresschildkröten und einen jungen Weißkopfseeadler beobachten konnten.
Der bisherige Höhepunkt unserer hiesigen Tierbeobachtungen war allerdings der zutrauliche Delphin am Bootsanleger von Amity.
Obwohl Delfine Mathis unangefochtene Lieblingstiere sind, reicht ihm die Tier- und Naturbeobachtung natürlich nicht aus. Zum Glück kann man hier auch überall schwimmen (main beach, der längste Strand ist über 30 km lang und weitgehend menschenleer) und besonders hautpflegend ist ein Bad im brown lake, dessen Farbe vom Öl der am Ufer wachsenden Teebäume stammt.
Eigentlich kann man hier auch ganz prima surfen, am Wochenende nach unserer Abreise wird hier sogar ein großer Wettbewerb stattfinden. Weil aber Nebensaison ist, kann man gar nicht so einfach Bretter leihen. Wir haben deshalb andere Arten des Surfens ausprobiert. Bodysurfing geht bei mittelgroßen Wellen ganz prima, Bodyboarding natürlich ebenfalls aber das mit Abstand witzigste war unsere sand boarding Tour mit Dave. Auf Presspanplatten geht’s die Dünen runter und egal welche Technik man dabei wählt – entscheidend ist das Wachsen des Bretts.
Das also waren 4 Tage Straddie. Und weil der Post mit einem Sonnenaufgang begonnen hat soll er mit einem Sonnenuntergang enden.






Hi Ihr Drei, kam eine zeitlang nicht auf die Seite (DAU), aber ich lese jetzt, euch geht es gut und ich freue mich für euch. Waren neulich bei Tom und Co, ganz ungewöhnlich, Licht in "unseren" beiden Wohnungen zu sehen.
AntwortenLöschenLasst es euch weiterhin gut ergehen, Gruß aus dem dunklen und kalten Hannover von Jürgen