Samstag, 29. Dezember 2012

Great Ocean Road

Eigentlich hat ja die Great Ocean Road schon deutlich vor Lorne angefangen. Und obwohl wir schon spektakuläre Ausblicke, alte Leuchttürme und schöne Buchten gesehen haben, hatten wir bisher nichts darüber geschrieben.
Nun, auf jeden Fall geht es auch hinter Lorne mit spektakulären Ausblicken, alten Leuchttürmen und schönen Buchten weiter. Sogar auf den Abschnitten, auf denen die Great Ocean Road im Inland verläuft, ist sie in der Nachmittagssonne sehr schön anzusehen. Sobald man jedoch Meerblick hat, versteht man, warum die 235 km lange Strecke als eine der schönsten Küstenstraßen der Welt gilt. Da ist’s uns auch egal, dass die Trasse um 1920 vor allem gebaut wurde, um den Kriegsheimkehrern in der Zeit der großen Depression Arbeit zu verschaffen. Und dass die Great Ocean Road deshalb als größtes Kriegsdenkmal der Welt gilt, ist bei so viel wilder Schönheit auch fast sofort wieder vergessen.

À propos „wild“ – hier sehen wir auch endlich einmal Koalas in freier Natur. John und Jeanette hatten uns dazu empfohlen am Kennet River Campground die Augen offen zu halten. Das hat uns bei unserem ersten Versuch allerdings nichts genützt: Am Heiligabend wollten wir ganz schlau sein und sind spät aufgebrochen, weil die meisten Tiere ja erst in der Dämmerung aktiv werden (Koalas werden natürlich nie wirklich aktiv, weil sie ständig „auf Eukalyptusöl“ sind). Als wir dann im Koalawald ankamen, war es aber schon fast dunkel. Die Koalas waren bestimmt da und sicherlich auch im Rahmen ihrer Möglichkeiten aktiv, gesehen haben wir sie aber nicht. Am übernächsten Tag waren sie dann kaum zu verfehlen und etwas später am Cape Otway gab es fast auf jedem Eukalyptusbaum ein Dickerchen und man konnte ihnen näher kommen als in jedem Tierpark.


Beim Leuchtturm am Cape Otway gab es auch ein ganz ganz kleines Aboriginal Culture Center – bisher hatten wir trotz bester Vorsätze leider noch keines besucht. Eigentlich war es nur eine kleine Hütte mit ein paar Ausstellungsstücken und einem Betreuer. Da die Hütte aber außer uns keine anderen Besucher angelockt hat, haben wir eine Intensivbetreuung genossen und die war sehr interessant. Bisher dachten wir immer, dass alle Aborigines Nomaden waren – wenn wie in dieser Gegend reichlich Nahrung vorhanden ist, blieben die Menschen gerne sesshaft, haben robuste Hütten gebaut und regen Handel mit anderen Stämmen getrieben. Zum Glück bekam Mathis aber nicht nur interessante Fakten zu hören, sondern auch eine Unterrichtseinheit im Didgeridoo spielen.

Gegen Nachmittag näherten wir uns den Zwölf Aposteln, diese 11 (!!!) küstennahen Sandsteinfelsen sind DIE Hauptsehenswürdigkeit an der Great Ocean Road. Also, sie sind wirklich schön und deshalb sind auch ein paar Besucher mehr vor Ort, als wir zu unserem Glück bräuchten.


Zum Glück haben wir genug Zeit auf unserer Reise und suchen uns eine Unterkunft in der Nähe, so können wir einfach noch zwei weitere Male bei den Zwölf Aposteln vorbei fahren. Spät am Abend ist es noch immer ziemlich voll: Duzende anderer Amateurfotografen warten ebenfalls vergeblich auf den perfekten Sonnenuntergang. Aber am frühen Vormittag des nächsten Tages ist’s erfreulich leer und schön.


Ein praktischer Hinweis am Rande: In der Nähe der Zwölf Apostel liegen Princetown und Port Campbell. Princetown war die erste, aber (wie wir am darauf folgenden Tag herausfanden) nicht die beste Wahl. Also irgendwie ist Princetown zwar ein ganz uriges Nest: Ein Motel mit Restaurant und Bar, ein Laden mit Zapfsäule und 2 Campingplätze, aber Port Campbell ist einfach deutlich netter: Schön an einer kleinen Bucht gelegen, bietet hat es viele nette Unterkünfte, hübsche Cafes und Restaurants und auch mehr als eine Zapfsäule: Die Tankstelle war mit unzähligen Kennzeichen aus aller Welt geschmückt und der witzige Tankwart (Australias most wanted) kannte auch alle deutschen Städtenamen, die dazu gehören. Er war zwar noch nie in Deutschland, aber vor kurzem auf Mare_TV zu sehen.

Weiter in Richtung Westen gibt es an der Great Ocean Road  übrigens noch viele andere schöne Felsformationen, Grotten und Buchten. Loch Ard Cove fanden wir besonders schön. Mathis und ich konnten dort eine geräumige Höhle (rechts im Bild) erkunden und Sonka hat uns kurz darauf erklärt, dass die Höhle den 2 einzigen Überlebenden eines Schiffsunglücks (die anderen 52 Passagiere der Loch Ard kamen ums Leben) als Zuflucht gedient hatte.

1 Kommentar:

  1. Hi ihr 3 aus Hannover, schön habt ihr es :-). Und nun seit ihr ganz nach Australien gefahren, um ein Haus zu bauen ^^. Wir hoffen es geht euch gut, aber liest sich ja so. Eigenes geerntetes Obst und Gemüse schmeckt wirklich gut, wohl wahr.

    Hier waren 2 Wochen strenger Winter mit Dauerfrost und viel Schnee, jetzt taut es leicht und der Dreck kehrt zurück, ihr versäumt also nix.

    Lasst es euch gut gehen.

    Gruß von Jürgen & Co.

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