Coral Bay liegt an der Coral Coast und letzterer wäre ja auch ein schöner Name für diesen Post und würde sich gut in die andren Küstennamen einreihen. Aber Coral Bay ist soooo toll, dass es leicht einen eigenen Post füllen und dieser dann natürlich keinen anderen Namen erhalten kann. Ein Indiz für die Besonderheit von Coral Bay ist, dass wir hier unsere bereits mehr als zwei Wochen andauernde Diskussion über den Karijini Nationalpark beenden: Vermutlich ist das der spektakulärste Nationalpark in WA und ich möchte ihn unbedingt besuchen. Sonka und Mathis versuchen mir das seit geraumer Zeit auszureden, weil er eben auch 700 Kilometer abseits unserer eigentlichen Route im heißen outback liegt. Eigentlich ist meinem Kopf ja klar, dass der Standpunkt der beiden nur vernünftig ist, aber in Coral Bay gibt schließlich auch mein Herz den Widerstand auf.
Was uns an dem Örtchen so gut gefällt ist gar nicht so leicht zu beschreiben. Zunächst ist da seine Übersichtlichkeit: Es gibt nur 160 Einwohner (und einen relativ großen Teil davon kennt man nach ein paar Tagen) und praktisch nur eine Straße, das heißt wir können alles gut zu Fuß erreichen. Ansonsten gibt es zwei Campingplätze, drei Restaurants, drei Telefonzellen, vier Tourbüros (man ahnt, dass Touren aufs Riff die Hauptattraktion sind), zwei Supermärkte und einen Pub. Wenn dort Donnerstag Livemusik spielt, ist der ganze Ort auf den Beinen und vergnügt sich. Vermutlich sind die ‚locals’ zur Zeit auch besonders entspannt, die Hauptsaison beginnt erst um Ostern und bis dahin laufen die Uhren noch ihren entspannten Gang nach ‚Coral Bay time’.
Schöne Sonnenuntergänge gibt es hier natürlich auch: Beim Fotografieren traf ich auch einen Herrn mit einem feschen schwarzem Polohemd mit blauem Logo, das mich gleich mit Simon - einem Zeissianer aus Adelaide - ins Gespräch brachte.
Coral Bay ist zudem wirklich weit ab vom Schuss: Der Diesel kostet hier fast zwei Dollar und es gibt nur einen einzigen WiFi-Spot – der funktioniert aber gerade solange nicht, bis ein Techniker aus dem mehr als 1.100 km entfernten Perth wieder alles in Ordnung bringt. Und so stauen sich inzwischen vier Posts auf unserem Computer.
Außerdem trägt Coral Bay seinen Namen völlig zurecht und so findet man die ersten Korallen bereits 20 Meter vor dem herrlich weißen Strand (Bill’s Beach) direkt vor unserem Stellplatz und selbst das äußere Riff ist in Sichtweite und mit dem Kajak in 20 Minuten zu erreichen. Fische, vor allem beeindruckend große snapper, sieht man aber bereits bevor man die ersten Korallen erreicht.
Interessanterweise teilen sich die Schwimmer Bill’s Bay mit den Haien, im Süden ist der Badestrand und im Norden findet sich mit Skeleton Beach ein ‚shark sancuary’ und die größte Ansammlung von Riff- und anderen Haien im weit und breit. Kleine Exemplare kann man sogar vom Strand aus sehen (schwimmen wird dort nicht empfohlen) und zudem noch Tintenfische und Rochen.
Die ganze Unterwasserwelt gehört zum 300 Kilometer langen Ningaloo Reef, das national als Ningaloo marine park, quasi den Status eines Nationalpark besitzt und international erst seit 2011 den eines UNESCO Weltnaturerbe.
Dass das Ningaloo Reef (,Australiens größtes fringing reef’) erst seit relativ kurzer Zeit so ausgezeichnet ist, führt dazu, dass es längst nicht so überlaufen ist, wie z. B. das Great Barrier Reef. Es hat zum Glück auch nicht dessen ökologische Probleme und ist extrem gut zugänglich (‚a barrier reef without a barrier’).
In Coral Bay erlebe ich auch meinen Geburtstag. Da Einkaufsmöglichkeiten für ‚normale’ Geschenke sehr begrenzt sind, bietet sich statt dessen eine Schnorcheltour als gelungenes Präsent an.
Wir fahren mit einem kleinen Boot, also auch in kleiner Gruppe hinaus – witzigerweise ist Simon, einer der anderen Passagiere.
Als erstes schnorcheln wir mit Riffhaien an einer sogenannten ‚cleaning station’. Die Haie kreisen hier mit weit offenem Maul und lassen sich von Putzerfischen die Zähne reinigen. An uns und jeglicher Nahrungsaufnahme haben die Haie hier zum Glück keinerlei Interesse. An einer anderen Stelle schnorcheln wir über einem Mantarochen. Dieses Exemplar hat ‚nur’ 3-4 Meter Spannweite ist aber dennoch majestätisch anzuschauen und trotz seiner langsamen Bewegungen unglaublich schnell.
Schildkröten und viele, viele Fische sehen wir auch und natürlich ganz viel Korallen. Diese sind in diesen subtropischen Gewässern nur moderat bunt, bieten aber eine schier unglaubliche Vielfalt an Formen. Nahezu alle der ca. 300 Arten blühen gleichzeitig und dieses massenhafte ‚coral spawning’ wird in den nächsten Tagen erwartet.
Wir nehmen uns vor wieder zu kommen, fahren aber erst mal gen Norden...












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